Die Säkularisation brachte 1803 die Enteignung und Auflösung der Klöster zu Gunsten des Königreiches. Die auf alten romanischen Fundamenten ruhende St. Martinskirche wurde danach zur Pfarrkirche. Die kleinere Hofmarkskirche ging 1830 durch Ankauf von Bernrieder Bürgern in Gemeindebesitz über und wurde dadurch vor dem drohenden Abbruch bewahrt.
Ignaz Graf Arco erwarb 1820 das Klostergebäude mit dem dazugehörigen Gutshof. Nach verschiedenen Besitzerwechseln kaufte August von Wendland, er war bayerischer Gesandter am französischen Hof, 1852 den gesamten ehemaligen Klosterbesitz. Er ließ von dem berühmten Münchner Oberhofgärtner Carl-Josef Effner, dieser gestaltete den Englischen Garten in München, den südlich des Ortes gelegenen Park 1853/63 nach Art eines englischen Landschaftsparks planen und gestalten. 1874 erwarb er auch das Gut Höhenried. In dieser Zeit der Industrialisierung wird das Oberland durch den Bau der Eisenbahn erschlossen. Mit der Eisenbahnverbindung zum Bergwerk in Penzberg erfolgt im Jahr 1865 der Bahnanschluss für Bernried.
Wilhelmine Busch, geboren am 10.01.1884, war durch Ihren Vater, der in Bad Schwalbach beheimatet und nach Auswanderung in die USA in St. Louis eine große Brauerei besaß, sehr vermögend. 1906 heiratete sie den aus Stuttgart stammenden August-Eduard Scharrer. Bei einer ihrer Reisen kam sie auch nach Bernried und war von der Landschaft begeistert.
1914 kaufte sie von August von Wendland das Hofgut Bernried und das Gut Adelsried, südlich des Ortes gelegen und errichtete 1915 die am Ortsrand gelegene „weiße Pfauenvilla“, später Postvilla genannt. Verbunden mit diesem Besitz war auch eine Jagd- und Fischerhütte am Südende des jetzigen Bernrieder Parks. Diese ließ sie zum sogenannten Teehaus umbauen. Ihr Ehemann betrieb in Adelsried ein Gestüt, um seiner Liebhaberei, der Pferdezucht, nachkommen zu können.
1927 erweiterte sie ihren Besitz um das Gut Höhenried, wo sie den Park nach ihren Vorstellungen umgestaltete. Nach dem Tod des ersten Mannes, die Ehe war, wie auch alle danach, kinderlos geblieben, heiratete sie 1933 ihren Leibarzt Dr. Carl Borchard, der 1931 nach Bernried gekommen war. Im Vordergrund ihrer Bestrebungen stand jedoch die Errichtung des Schloss Höhenried, das nach verschiedenen Planungsschwierigkeiten von 1937 bis 1939 erbaut wurde.
1941 erwarb das Reichsinnenministerium das ehemalige Kloster in Bernried und Frau Busch den südlich von Bernried gelegenen Park von der Familie von Wendland. Wegen des Kriegseintritts der USA verlegte sie ihren Wohnsitz im gleichen Jahr vorübergehend in die Schweiz. Während des Krieges diente das Höhenrieder Schloss, wie auch das ehemalige Kloster, als Lazarett. Vor Kriegsende wurde die Gesandtschaft der Schweiz und des Roten Kreuz aus Berlin nach Höhenried evakuiert. Nach dem Krieg nahm bis 1946 die US Armee das Schloss in Beschlag.
Frau Busch kehrte 1946 wieder nach Höhenried zurück, ihr 2. Mann war inzwischen verstorben; sie heiratete 1948 den amerikanischen Konsul Sam Woods, den sie 1942 in Lugano kennen gelernt hatte. Er hatte die Idee zur Anlage der „Mississippi – Weiher“ im südlichen Teil von Höhenried. Mit der Rückkehr von Frau Busch zog auch wieder das gesellschaftliche Leben in das Höhenrieder Schloss ein. Es führte Politiker wie Theodor Heuss, Konrad Adenauer, Prof. Reuter, George Marshall, Jean Monnet zu Gesprächen nach Höhenried.
1949 wurde das ehemalige Kloster und spätere Schloss in Bernried an den Orden der Missions-Benediktinerinnen verkauft und damit wieder zu einem Kloster. 1950 brachte Frau Busch-Woods ihren Besitz südlich des Ortes in eine Stiftung ein mit der Auflage, ihn als Naturpark unverändert in seinem Bestand zu pflegen und zu erhalten (Stiftungspark). Damit wurde dieser Park auch der Öffentlichkeit zugänglich und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Frau Busch-Woods starb am 23.11.1952, ihr Ehemann Konsul Sam Woods am 22.05.1953.
Von den Busch-Woods-Erben erwarb die Landesversicherungsanstalt Oberbayern 1955 das Anwesen Höhenried. Das Hofgut mit Gut Adelsried kaufte 1956 Dr. Lorenz Mayr. Das Gelände um die Postvilla erwarb die LVA von der Bundespost 1966 für eine geplante Wohnbebauung.
Die Entwicklung von Bernried nach dem 2. Weltkrieg war sehr stürmisch. Das Bauern- und Fischerdorf hatte knapp 700 Einwohner. Im Ort gab es ca. 20 kleine Bauernhöfe. Nach und nach sind diese verschwunden und es gibt noch 4 Vollerwerbslandwirte. Der Ort ist durch Zuzug zunächst von Aussiedlern, später auch durch die einsetzende Stadtflucht stark gewachsen. Inzwischen (2001) hat Bernried über 2000 Einwohner.
Für die wirtschaftliche Entwicklung war der Bau der Klinik Höhenried durch die LVA Oberbayern wie auch die Ansiedlung von Gewerbe- und Technologiebetrieben wichtig. Es sind Fortbildungs- und Schulungszentren, zwei Hotels und ein Segelhafen aber auch das Buchheim-Museum dazugekommen.
Die LVA Oberbayern führte zwischen 1958 und 1966 im Schloss Höhenried Vorsorgekuren durch. In der daneben in 2 Abschnitten erbaute Klinik Höhenried mit 540 Betten führte sie ab 1967 Rehabilitationsmaßnahmen bei Herz- und Kreislauferkrankungen durch. Im Zuge von Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen ging 1997 die Nachfrage nach Heilverfahren zurück. Wie auch andere Kliniken wurde der Betrieb entsprechend angepasst und auf derzeit 304 Betten verkleinert. Die neueste Entwicklung sieht vor, dass die Klinik saniert und um eine orthopädische Abteilung erweitert werden soll.
Das Kloster der Missionsbenediktinerinnen hat sich zu einem Zentrum für Erholung und Schulung weiterentwickelt. Auch die Generali-Versicherung betreibt im Ort ein Schulungszentrum.
Auf dem südlichsten Teil des Geländes von Höhenried wurde ab 1998 das Buchheim-Museum errichtet. Es enthält Werke des Expressionismus, der Volkskunst aber auch das eigene künstlerische Werk Ihres Stifters Prof. Lothar-Günther Buchheim, Feldafing. Es war seine Idee in Anlehnung an das Louisiana-Museum bei Kopenhagen, das in einer prächtigen Parklandschaft am Meer liegt, seine Sammlung in Verbindung mit der Natur und Landschaft zu zeigen.
Viele Jahre suchte er einen Standort für ein Museum. Andernorts ist dies aus den unterschiedlichsten Gründen immer wieder gescheitert, zuletzt Anfang 1997 in Feldafing. Wunsch der Bayerischen Staatsregierung war es aber, dass die Exponate in Bayern bleiben sollten. 1997 kamen die Beteiligten überein, den südlichsten Teil des Gebietes von Höhenried der Stiftung in Erbpacht zu überlassen. Aus dem ursprünglichen Feldafinger Architektenwettbewerb wurde der Entwurf des Architekten Prof. Behnisch & Partner ausgewählt. Der Spatenstich für den Museumsbau fand am 18.07.1998 statt. Nach Anpassung und Umplanung des Entwurfes auf die örtlichen Verhältnisse in Bernried-Höhenried war am 02.02.1999 Baubeginn. Am 23. Mai 2001 wurde das Museum eröffnet. Bis Ende des Jahres 2001 kamen über 200 000 Besucher.